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Ska

Definition:
Ska ist eine in den späten 1950er Jahren auf Jamaika entstandene Tanzmusik.

Bis heute gibt es drei „Wellen“ (waves) des Ska: Die ursprüngliche, jamaikanische Welle fand Anfang der 1960er Jahre statt. Aus dieser Musik entwickelten sich später Rocksteady und Reggae. Die zweite Welle des Ska kam in England Ende der 1970er auf. Mitte der 1980er breitete sich die dritte Welle weltweit aus. Im Gefolge der dritten Welle des Ska traten bzw. treten auch wieder Bands auf, die zur ersten und zweiten Welle des Ska gehören. Die Tanzart zu Ska ist das so genannte Skanking (deutsch: Skanken).


Die Geschichte des Musikstils Ska begann in den späten 50er Jahren auf der Karibikinsel Jamaika. Im Zuge der gerade erlangten Unabhängigkeit von Großbritannien war der Nationalstolz der Jamaikaner hoch und es wurde nach einem eigenem, typisch jamaikanischem Lebens- und Musikstil gesucht. Zu dieser Zeit wurde auf der Insel vor allem Mento, Rhythm & Blues, Jazz und Boogie-Woogie getanzt. Die Platten kamen aus den USA und wurden von umherreisenden jamaikanischen Sound System Men von Lastwagen mit aufgesetzten Lautsprechern aus gespielt. Das Konzept hinter der Love Parade ist also so neu nicht... Als in den frühen 60er Jahren der Rock & Roll, als Verkörperung des Lebensgefühls von jungen, weißen Amerikanern, nach Jamaika kam, konnte dort niemand etwas damit anfangen, geschweige denn darauf tanzen. So wurden weiter die alten Rhythm & Blues-Platten gespielt, bis es keinen Nachschub mehr gab, weil in den USA nur noch Rock & Roll produziert wurde. Aus dieser "Not" heraus begann Clemens Dodd (ein sog. Sound System Operator) zusammen mit den späteren Skatalites, den jamaikanischen Mento mit Rhythm & Blues, Jazz und Boogie-Woogie zu mischen. Das Ergebnis war eine schnelle Musik, bei der das Schlagzeug nach R&B- Muster den 2ten und 4ten Schlag betont. Diese Musik war völlig anders als alles, was bisher auf Jamaika gespielt wurde. Man nannte es Ska, heute weiß jedoch niemand mehr genau, woher diese Bezeichnung kam. Als erste große Skaband machten sich die Skatalites einen Namen. Manche Sound System Men begannen, der Ska-Musik einen spontanen Sprechgesang über Themen, die die Menschen gerade bewegten (Armut, Unterdrückung...) hinzuzufügen. Die Methode wurde Toasting genannt und entwickelte sich später zum Rap weiter. Andere Sound System Men experimentierten mit technischen Veränderungen der Musik wie Echoschleifen oder Ton-Zerhackungen und nannten diesen Stil Dub. Nach der Auflösung der bis dato federführenden Skaband, der Skatalites, und auch in Folge eines extrem heißen Sommers auf Jamika (1967) kam der reine Ska-Tanz aus der Mode. Man spielte den Ska deswegen etwas langsamer, mit weniger Bläsereinsatz und einer markanteren Basslinie. Das Ergebnis, ein gedämpfter Ska zum Mitschunkeln, wurde Rocksteady genannt und entwickelte sich weiter zum heute bekanntem Reggae mit seinen betont langsamen, im Gegenrhythmus gespielten Guitarrenakkorden.

Zu den musikalischen Wurzeln des jamaikanischen Ska zählen vor allem US-amerikanischer Rhythm and Blues, besonders der auf Jamaika sehr populäre Fats Domino sowie zusammen mit den schwarzen Sklaven aus Afrika eingeführte und auf Jamaika weiterentwickelte Elemente wie der Mento, die erste jamaikanische Populärmusik. Welches die erste Ska-Single war, vermag man heute nicht mehr zu sagen, entstanden ist die Musik jedenfalls Ende der 50er Jahre. Rhythmisch fällt eine starke Betonung des Offbeats auf. Die Besetzung einer Skaband besteht üblicherweise aus einer Rhythmusgruppe mit Gitarren, E-Bass, Klavier oder Hammond-Orgel und Schlagzeug und Bläsern wie Saxophon, Trompete oder Posaune. Seinen Namen hat der Ska „der Legende nach“ von der Band The Skatalites, die fand, dass das Wort Ska am besten zu der Musik passen würde. Eine andere Legende besagt, dass während einer Jamsession mit Prince Buster ein Gitarrist eher versehentlich den Offbeat statt des Downbeats betonte, woraufhin Prince Buster lautmalerisch sagte: „Do again this ‘Ska’“.

Auf Jamaika war Ska in gewissem Sinne so etwas wie Volksmusik und war daher weit verbreitet. Allerdings sind die bekanntesten Hörer, die man mit Ska in Verbindung bringt wohl die Rudeboys, die jamaikanischen Arbeiterjugendlichen, die zumeist in Straßenbanden auftraten. Durch die jamaikanische Immigration nach dem Krieg wurde Ska (auch unter der Bezeichnung Bluebeat, nach dem englischen Plattenlabel) zunächst in England (und speziell London), dann auch in den USA und dem restlichen Europa bekannt.

Die Rudeboys, auch Rudies genannt, waren wesentlich an der Entstehung einer weiteren bekannten Subkultur beteiligt: den Skinheads. Diese setzten sich aus den "Bootboys" (dem Vorläufer der Hooligans) und den "Hard Mods" zusammen, hatten zu der Zeit jedoch noch keinen festen szeneübergreifenden Namen. Diese Jugendlichen nahmen die typischen Merkmale der britischen Arbeiterklasse wie Arbeitsstiefel und Hosenträger und ergänzten diese durch das aggressive und lässige Auftreten der jamaikanischen Rudeboys und den Ska. Somit waren die durch diese Fusion entstandenen Skinheads, welche ihren heutigen Namen durch Laurel Aitken persönlich erhalten haben sollen, diejenigen, die den Ska als erste zum festen Bestandteil ihrer Szene machten.

Der größte Ska-Hit außerhalb Jamaikas war Millie Smalls My Boy Lollipop von 1964, das Chart-Platzierung 2 in England und den USA und Platz 5 in Deutschland erreichte. Neben den erwähnten Skatalites und Prince Buster gehören zu den frühesten Ska-Musikern Laurel Aitken und Derrick Morgan. Weitere „klassische“ Ska-Künstler sind u. a.: Desmond Dekker, The Maytals, Justin Hinds und Bob Marley & The Wailers.

1966 entwickelte sich aus dem Ska heraus zunächst der Rock Steady, aus dem sich wiederum 1968 der Reggae entwickelte. Zur Entwicklung wird gesagt, dass während der heißen Sommerperioden der Ska-Takt einfach gemächlicher gespielt wurde, damit man immer noch zu den Stücken tanzen konnte.

In der zweiten Welle, dem sogenannten 2-Tone Ende der 70er Jahre, wurden Gruppen wie The Specials, Bad Manners, Madness, The Selecter und The Beat bekannt. Die Welle hat ihren Namen vom 2-Tone-Records-Label von Jerry Dammers, dem Keyboarder der "Specials". Dieser englische Ska war nicht nur vom jamaikanischen Ska beeinflusst, sondern auch von der einige Jahre zuvor in England aufgekommenen Punk- und New Wave-Bewegung. Zu den Hörern gehörten hier hauptsächlich Jugendliche aus dem Arbeitermilieu. Diese waren zum größten Teil Skinheads und Rudeboys. Die andere Hauptgruppe der Ska-Hörenden waren Suedeheads und Mods, die im Stil vom „Walt Jabsco“, der Ikone der zweiten Ska-Welle („Pork Pie“-Hut und schwarz-weißer Anzug), angezogen wurden. Diese kamen aber eher aus bürgerlichen Verhältnissen, was hin und wieder Grund für Zusammenstöße beider Gruppen in den Dancehalls war. Dies hat auch zum Rückgang der zweiten Ska-Welle beigetragen.

Das Markenzeichen von 2 Tone Records waren die zwei (Farb)töne („two tone“) schwarz und weiß, insbesondere als Silhouette eines Menschen in der Farbgebung des Labels auf den Platten. Dies war Ausdruck des antirassistischen Hintergrunds der Ska-Bewegung, die das Schachbrettmuster bis heute als Symbol verwendet.

Die dritte Ska-Welle breitete sich Mitte der 80er Jahre aus, mit Bands wie den The Toasters, the Slackers, No Sports aus Stuttgart, Blechreiz aus Berlin, Skaos aus München, The Blue Beat aus Jülich bei Aachen und NGOBO NGOBO. Ein weiterer bekannter Vertreter aus dem deutschsprachigem Raum der Third Wave sind The Busters.

Third Wave Ska ist die stilistisch wieder eher auf puristische Mittel beschränkte, in allen Geschwindigkeiten und Instrumentierungen gespielte Konzentration auf die musikalischen Muster des Ska in modernem Soundgewand. Die dritte Welle erhielt ihren Namen mit dem Aufkommen der amerikanischen, britischen und deutschen Skabands nach den Erfolgen der 2Tone-Ära, folgt dieser auch unmittelbar. Während die 2Tone-Bands ihre Vorliebe zu Ska mit damaligen Subkulturen wie Punk und New Wave zum klassischen 2Tone ohne konkrete Klangvorbilder verbanden, sind die Third-Wave-Bands wiederum von denen der 2Tone-Zeit beeinflusst. Viele Third-Wave-Bands der ersten Stunden sind heute nach wie vor aktiv, so z.B. The Toasters, Skaos, The Blue Beat. Mitte der 80er Jahre machte die Band El Bosso und die Ping Pongs aus Münster auf sich aufmerksam, weil sie Ska in deutscher Sprache spielten. Ende der 90er Jahre griff die Band Das Kartell aus Lübeck dieses Konzept auf und brachte damit eine wahre deutsche Ska-Welle ins rollen und tourt noch heute.

Relativ zeitnah zum Third Wave kam mit den Bosstones auch eine Vermischung von Ska mit Punk- und Metal-Elementen auf, so dass üblicherweise in gleichem zeitlichen Kontext die kommerziell wesentlich erfolgreicheren Stilrichtungen Skacore und Skapunk auftauchen. Diese müssen aber getrennt von der Third Wave betrachtet werden.

Elemente des Ska lassen sich oft in anderen Musikstilen wiederfinden. So ist es dazu gekommen, dass der Ska viele andere Jugendkulturen beeinflusste, und umgekehrt. Besondere Herausbildungen dieser musikalischen Mischstile sind der Ska-Punk und der Ska-Core.

Mighty Mighty Bosstones, Catch22, Mad Caddies, Reel Big Fish, Less Than Jake und Streetlight Manifesto sind die bekanntesten Vertreter von Ska-Punk, daneben gibt es viele regional bekannte Bands und gerade in Deutschland, USA und Japan "hochaktive Schmelztiegel". Eine starke Popularität gerade bei Fans, die erst in die Szene hineinschnuppern, besitzen Ska-P.

Viele dieser Bands haben bei Punkrock-Labels wie Fat Wreck Chords und Epitaph Records unterzeichnet und beziehen Ihr Publikum aus deren Konsumentenkreis.

Heutzutage gibt es einen sehr bunten Strauß verschiedenster Unterarten des Ska, gespielt wird Ska-Punk, Ska Jazz, Funk-Ska, Klezmer Ska, Cumbia Ska und auch verstärkt neoklassischer Ska, dazu kommen Mischungen mit allen möglichen Reggae-Arten, sogar mit HipHop und dem Synthiepop der Achtziger.

Bands, die in ihrer Landessprache singen sind z.B. Ska-P, The Locos (Spanien), Distemper und Leningrad (Russland), Babylon Circus und Skarface (Frankreich), Asesinos Cereales (Argentinien), Athena (Türkei), Rantanplan, Sondaschule, Frau Doktor, Skalamander und Skatoons (Deutschland), sowie unzählige japanischsprachige Bands wie z.B. Tokyo Ska Paradise Orchestra und Potshot.

In Mittelamerika und auf der iberischen Halbinsel haben sich regelrechte Ska-Subkulturen entwickelt, deren Inhalte hauptsächlich den Punk-, Rastafari- und Skinheadbewegungen entlehnt sind und nur noch oberflächlich mit den Rudeboy-Wurzeln verbunden sind. Es gibt inzwischen in Europa, Mexiko (Skatos) und auch anderswo Skater, die den Ska für sich entdeckt haben. Der spanischsprachige Ska, auch Latin Ska genannt, orientiert sich am Salsa, Cumbia und Son. Die Orientierung neuer Ska-Gruppen an traditionellen Ska-Elementen führte zur Entwicklung des Trad-Ska.

Ska ist mittlerweile eine beliebte Live- und Partymusikrichtung und es hat sich eine sehr aktive und offene Subkultur gebildet. Diese zeigt sich nicht so sehr in aktuellen CD-Verkäufen, dafür sind aber immer öfter Ska-Bands im Line-Up großer Festivals zu finden, da sie wie wenig andere für sommerliche Partymusik stehen. Die dritte Welle des Ska ist außer in Südamerika selten aus der Independent-Ecke herausgekommen.
Referenz: wikipedia.de

Stand: 07.02.2009 17:30
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