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Punk

Definition:
Der Punk ist eine Jugendkultur, die Mitte der 1970er Jahre in New York und London entstand. Charakteristisch für den Punk sind provozierendes Aussehen, eine rebellische Haltung und nonkonformistisches Verhalten. Prägendes Motto für die Punk-Bewegung Ende der 1970er Jahre war der Refrain eines Sex Pistols-Stücks: No Future.

Der einzelne Angehörige dieser Subkultur nennt sich ebenfalls Punk (Plural: Punks) oder auch Punk-Rocker; deutsche Bezeichnungen sind auch Punker und für weibliche Punks (selten) Punkette.

Herkunft des Begriffs

Das Wort Punk ist älter, als oft angenommen wird. Es taucht bereits bei Shakespeare auf, z. B. in Maß für Maß, und bezeichnet eine Prostituierte. Aus einer anderen Bedeutung, faules Holz, ergeben sich weitere durch Übertragung: Punk bezeichnet allgemein etwas Niedriges, Minderwertiges, also Unsinn; auf Personen bezogen Anfänger, unerfahrene Person, Strolch, Kleinkrimineller, Landstreicher oder gar Abschaum, Dreck.

Der Gitarrist der Patti Smith Group Lenny Kaye, gebrauchte den Begriff Punk-Rock 1972 in den Erläuterungen einer von ihm veröffentlichten Anthologie des amerikanischen Garagenrocks der 1960er Jahre.

Später gründete in New York Legs McNeil ein Fanzine namens Punk Magazine. Der Punk-Veteran Donny the Punk hat erklärt, dass das Wort Punk von einem Slangausdruck für Vergewaltigungen im Gefängnis kommt („I punked that kid“). Ein „Punk“ ist in diesem Zusammenhang das Opfer.

Nach Großbritannien gebracht wurde der Begriff „Punk Rock“ für junge englische Rockbands wie die Sex Pistols, The Clash und The Damned durch die Musikjournalistin Caroline Coon, die damalige Freundin von Paul Simonon, dem Bassisten von The Clash. Vorher war in England für diese Art von Musik der Begriff „Working Class Rock ’n’ Roll“ geläufig.

Geschichte

Die Ursprünge in den USA
Das CBGB in New York

Der Ursprung des Punks liegt in den späten 1960er Jahren. Punk war vor allem eine Reaktion auf die Hippie-Bewegung. Er richtete sich gegen den friedvollen Idealismus und Optimismus der Hippies. Demgegenüber gab sich der Punk illusionslos und setzte auf offene Ablehnung und Brüskierung der Gesellschaft.

Die Entstehung der Punkbewegung ist eng verknüpft mit der gleichnamigen Musikrichtung. Welches die erste Punkrock-Band war, ist umstritten. Genannt werden in dem Zusammenhang The Sonics, die Ramones, The Stooges, die New York Dolls, MC5, gelegentlich auch Patti Smith. Alle diese Bands kommen aus den USA. Als Zentrum des ursprünglichen amerikanischen Punks gilt der Club CBGB in New York.

Die frühen Punkbands spielten eine rohe und ungeschliffene Art des Rock, ähnlich dem frühen Beat und Rock ’n’ Roll. In der öffentlichen Wahrnehmung hingegen dominierten Bands wie Pink Floyd, Genesis, Emerson, Lake & Palmer oder Led Zeppelin, bei denen alles perfektioniert war, die für jede Platte und für jedes Konzert ein enormen Aufwand betrieben und jede Einzelheit genauestens planten. Aus der Sicht einer rebellischen Jugend verkörperten diese Gruppen bestenfalls Stillstand, wenn nicht den Ausverkauf an „das System“. Hinzu kam, dass die U-Musik Mitte der 1970er unter den Einfluss der Discokultur geriet, die aus der Sicht einer rebellischen Jugend oberflächlich, kommerziell und verlogen war.

Dagegen stand der Punk für schnelle, kurze und einfache Songs. Stilistisch handelte es sich meist um eine primitive Form des Rock ’n’ Roll. Langsame und gefühlvolle Lieder (Balladen) gab es nicht. Die Texte bestanden hauptsächlich aus Betrachtungen über das (eigene) Leben und Leiden als Jugendlicher, aus Anklagen und Beschimpfungen, oder auch aus reinem Dadaismus.

Die Geburt der Bewegung in Großbritannien

Auch wenn die ersten Bands aus New York kamen – zu einer echten Bewegung wurde der Punk in London.

Charakteristisch für die Punkbewegung war einerseits eine gegen das politische Establishment (auch gegen die Linke), gegen die Musikindustrie und gegen bürgerliche Lebensweise gerichtete Haltung. Andererseits gehörte von Anfang an auch eine radikale Selbstvermarktung zum Punk, vor allem durch die Sex Pistols und ihren umtriebigen Manager Malcolm McLaren.

Soziologisch betrachtet entstand die englische Punk-Bewegung aus einem apolitischen Groll, den viele Jugendliche gegenüber sämtlichen Institutionen empfanden. Grundlage dafür waren mangelnder Halt durch die Schulen und mangelnde Aussichten im Berufsleben, bedingt durch die Wirtschaftskrise und das steife englische Klassensystem. Die Jugendlichen, die den Hauptanteil der Bewegung ausmachten, fühlten sich ausgeschlossen und betrogen um die Dinge, die ihnen erstrebenswert vorkamen: modische Kleidung, die neueste Musik, oft sogar schon der Konsum von Getränken in Gaststätten. Ihre Antwort hieß Eigenproduktion – Eigenproduktion der Kleidung (notfalls aus dem Altkleidercontainer), Eigenproduktion der Musik (notfalls mit gestohlenen Instrumenten, wie bei den Sex Pistols) und auch des Musikvertriebs.

Unvollkommenheit wurde dabei nicht nur in Kauf genommen, sondern angestrebt. Man kokettierte damit, dass man nur drei Akkorde auf der Gitarre beherrschte (gemäß einer Zeichnung einer Drei-Akkord-Folge mit dem Text: „this is a chord, this is another, this is a third. Now form a band“ in einer 1977er-Ausgabe des wegweisenden Fanzines Sniffin’ Glue); Gitarrensoli und jede Form von Virtuosität waren als „Star-Gesten“ verpönt. Man war nicht der Auffassung, dass Kritik auch konstruktiv sein müsse. Ein beliebtes Schlagwort war „boredom“ – Langeweile. Im Mittelpunkt stand die eigene Subjektivität, das eigene Leiden am Zustand der Welt, das sichtbar gemacht und so gegen sie gewendet werden sollte. Die Arbeiterbewegung und die Neue Linke wurden ebenso abgelehnt wie das herrschende System. Grundsätze des Punks waren: Verschwende dich selbst, glaube niemandem, do it yourself, stelle Autoritäten und Stars in Frage.

Aus einer als provokant empfundenen Szene heraus entstand eine Gegenkultur mit eigenen Ausdrucksformen: Hässlichkeit als Programm, zerfetzte Kleidung (oft Unterwäsche), Sicherheitsnadeln im Gesicht, mit Kopiergeräten billig hergestellte Zeitschriften (Fanzines), aber auch spontane dadaistische Aktionskunst, exzessiver Konsum von Alkohol und anderen Drogen.

Von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde die entstehende Punk-Kultur in England, als die Sex Pistols mit ihren Singles Anarchy in the UK (1976) und God Save the Queen (1977) Aufsehen erregten. In kurzer Zeit entstand eine Unzahl neuer Bands. Als die wichtigsten Bands dieser Zeit gelten:

* Sex Pistols (die bei weitem bekannteste Punkband),
* The Clash (die musikalisch einflussreichste Punkband),
* The Damned (die erste Fun-Punk-Band),
* The Slits (eine der wenigen Frauen-Punkbands),
* The Stranglers (eine der wenigen Punkbands mit Keyboard) und
* Crass (ein radikal antikommerzielles und politisches Projekt).

Schon damals teilte sich die Punk-Bewegung in viele Richtungen wie Anarcho-Punk, Oi!/Streetpunk, Ska-Punk, Fun-Punk und Skatepunk. Parallel zum Entstehen des Punks entwickelte sich der musikalisch ebenso radikale Industrial mit Vorreitern wie Throbbing Gristle, Cabaret Voltaire und SPK.

Die frühen 1980er Jahre

Anfang der 1980er Jahre verbreitete sich der Punk über die ganze Welt, und es entstanden verschiedene Punk-Szenen in fast allen Ländern Europas, Amerikas und Ostasiens, insbesondere auch in den kommunistischen Staaten des Ostblocks. Zugleich wurde der Punk ernsthafter, aggressiver und in gewissem Sinne politischer.

Ein populärer Slogan der damaligen Punkbewegung heißt „No Future“ – keine Zukunft. Es war die Zeit des kalten Krieges, in denen viele Menschen einen Atomkrieg befürchteten. Auch das neu erwachte Umweltbewusstsein verursachte in der westlichen Welt einige Zukunftsängste bis hin zur Weltuntergangsstimmung. Ronald Reagan, Margaret Thatcher und Helmut Kohl standen für eine konservative Politik, die sich von den die 1970er Jahre prägenden Ideale der 68er-Bewegung abwandt. Konservative Werte gewannen wieder an gesellschaftlichen Zulauf („Leistung soll sich wieder lohnen“). Karriere zu machen, galt der Jugend als erstrebenswertes Ziel. Gleichzeitig herrschte aber Massenarbeitslosigkeit. Die 68er traten den Jugendlichen nun als Lehrer und Beamte gegenüber und verkörperten damit „das System“.

Dagegen setzten die Punks auf totale Verweigerung. In den 1980er Jahren war Punk die dominierende Kultur in den meisten autonomen Zentren. Die Chaostage in Hannover waren von 1982 bis 1984 ein fester Treffpunkt der Szene. Wichtige Bands dieser Zeit sind:

* in den USA Black Flag und die Dead Kennedys,
* in Großbritannien The Exploited und
* in Deutschland Slime.


Seit Anfang der 1980er Jahre bezeichnete man mit dem Begriff „New Wave“ unterschiedliche musikalische Strömungen, die sich aus dem Punk heraus entwickelten. Die deutschsprachige Variante der New Wave war die Neue Deutsche Welle. Als besonderes Merkmal dieser Zeit galt der verstärkte Einsatz von elektronischen Instrumenten, vor allem Analogsynthesizern und Drumcomputern. Mit dem Aufkommen der Digitaltechnik in der Mitte der 1980er waren viele Geräte sowohl klanglich als auch preislich interessant geworden.

Die ersten Vertreter dieser Szene entstammten der Punk-Szene oder standen ihr zumindest nahe, aber sehr bald entdeckte die Musikindustrie den Trend und schickte eigene Bands ins Rennen. Wichtige Bands dieser Zeit sind:

* in den USA Blondie, Iggy Pop und die Talking Heads,
* in Großbritannien The Smiths, The Cure, Siouxsie & the Banshees und Billy Idol,
* in Deutschland Fehlfarben und DAF.

Mit dem kommerziellen Erfolg der New Wave wurde der Punk beinahe gesellschaftsfähig und insofern Teil des Establishments. Das stürzte die Punk-Bewegung, die sich stets über die Abgrenzung vom Establishment definiert hatte, in eine tiefe Krise.

Dass eine subversive Bewegung wie der Punk von der Mode vereinnahmt werden konnte, wirkte in den frühen 1980ern auf manchen Punk verstörend. Malcolm McLaren und die Sex Pistols hatten allerdings immer darauf beharrt, dass es sich bei der ganzen Angelegenheit um einen bewusst inszenierten Medienrummel („The Great Rock ’n’ Roll Swindle“) handelte. Die kommerzielle Verwertung einer Haltung, die alles ablehnt, ist insofern konsequent, als damit auch die Rebellion selbst ad absurdum geführt wird.

Einen Versuch, den Geist des Punks zu bewahren, bildete die Hardcore-Bewegung, die Anfang der achtziger Jahre entstand. Als wichtigste Bands gelten Agnostic Front, Dead Kennedys, Black Flag, Minor Threat und Sick of It All.

Punk als eine Mode unter vielen

In den späten 1980ern gehörte der Punk dann zum selbstverständlichen Straßenbild in Europa. In London ließen sich besonders gestylte Punks zusammen mit Touristen fotografieren. Selbst in Kinderbüchern und in der Fernsehserie Lindenstraße tauchten Punks auf.

Mit massenkompatiblen Bands wie Die Toten Hosen und Die Ärzte war Punk zum Teil des Mainstreams geworden und wurde entsprechend verkauft. Der Punk hatte sich von einer anfangs unpolitischen Haltung über eine radikale politische Bewegung zu einer von vielen gesellschaftlichen Gruppen entwickelt.

Viele Leute sind der Ansicht, dass alle Punks, die nach der ersten Welle kamen, nur noch modische Nachahmer waren und das Anliegen der ursprünglichen Punkbewegung und die im Punk verkörperten radikalen Ansichten (z. B. Anarchie) gar nicht mehr erfüllen können. Viele Punks wandten sich deshalb anderen Strömungen zu, etwa der Antifa, den Autonomen, den Hausbesetzern und der Ökologiebewegung.

Musikalisch traten an die Stelle des Punks etwa die Hamburger Schule, die elektronische Musik (Atari Teenage Riot), der Gothic Rock und vor allem der Grunge, der in den 1990ern von Bands wie Nirvana und Pearl Jam vertreten wurde.

Es folgten Bands wie Green Day, The Offspring und Red Hot Chili Peppers. Diese Bands äußerten sich teilweise auch politisch, stellten aber oft den Spaßaspekt in den Vordergrund. Sie alle waren mit Video-Clips auf MTV vertreten. Das Neue, das Radikale, was den Punk einst ausgemacht hatte, fehlt ihnen.

Punk heute

Dennoch existiert auch heute noch in den Groß-, und Kleinstädten und auch in manchen Dörfern aller Industrieländer eine sehr lebendige Untergrund-Szene, die weiterhin eine Anti-Haltung pflegt. Diese besteht jedoch aus verschiedensten Richtungen, die sich aus dem traditionellen Punk entwickelt haben, beispielsweise die sich als unpolitisch bezeichnende Oi!-, die Hardcore- und die Anarcho-Punk-Szene. Unabhängig von dieser Unterscheidung ist Punk auch der gewählte Lebensstil vieler jüngerer Obdachloser in ganz Europa. So genannte Straßenpunks werden meist nicht in den offiziellen Obdachlosenstatistiken der Kommunen geführt, da sie sich zumindest für einen gewissen Zeitraum bewusst für eine solche fahrende Lebensweise entschieden haben und sich auch nicht um kommunale Erfassung, Hilfe oder Vermittlung bemühen. Sie gehören aber in fast jeder europäischen Großstadt zum üblichen Straßenbild und vermischen sich dabei mit anderen Punks mit durchaus festem Wohnsitz, mit denen sie gemeinsam "abhängen".

Generell kann festgehalten werden, dass Punk heutzutage keinesfalls mehr eine einheitliche, homogene Subkultur darstellt. So besteht gerade zwischen politisch motivierten Punks und sogenannten Oi!-Punks bisweilen sogar eine gegenseitig eher ablehnende Haltung. Diese Aufsplitterung von Jugendkulturen ist allerdings ein Prozess, der sich spätestens seit den 1990er Jahren als typisch für jeden Jugendstil erwiesen hat. Dazu gehört der Crossover verschiedener Musik- und Kleidungsstile, sowie die Aufsplitterung eines solchen Stils in verschiedene Subgenres. Auch relativiert die Verbreitung eines Stils natürlich den Alleinvertretungsanspruch jeder Bewegung, die diesen Stil einst für sich reklamierte. Vor allem aber findet dieser Mischprozess im ganz normalen Zusammenfinden von Jugendlichen in den Parks und auf den Plätzen europäischer Kleinstädte statt, die als Hippies, Mods, Punks, Antifas, Skater, Skins, Rastas, Rockabillies, Grufties oder Metaller versuchen, dem Mainstream in der Provinz zu entkommen.

Auch auf der künstlerischen Ebene findet dieser Prozess statt: Ehemals klassische Punkbands nehmen Elemente aus anderen Stilen in ihre Musik auf. Metal-, Folk- oder Elektroprojekte aus dem Untergrund, aber auch Popmusiker aus dem Mainstream bedienen sich der "rohen" und "spontanen" Energie, die sie in Punkrock-Riffs oder in einem extravaganten Nasenpiercing auszumachen meinen. Für viele europäische und amerikanische Weltmusik- bzw. Folkbands etwa ist der Punk die einzige Ausdrucksmögichkeit, in der sich traditionelle musikalische Themen und ein modernes Lebensgefühl miteinander verbinden lassen (vgl. etwa The Pogues, The Gun Club, Leningrad, Gogol Bordello oder Balkan Beat Box). Vermischung und Aufsplitterung des Punk sind hier also keinesfalls als Zeichen seiner Auflösung misszuverstehen.

Natürlich gibt es gerade in solchen Prozessen immer wieder Versuche einiger, sich selbst als Originalpunk oder Altpunk zu stilisieren (das können inzwischen natürlich nur noch ältere Menschen von sich behaupten), oder die Reinheit und Unverfälschtheit des eigenen Musik-, Kleidungs-, Freizeit- und Lebensstils gegenüber einem so wahr genommenen „Kommerzpunk“ zu betonen. Gerade kommerziell erfolgreich Rockbands wie z.B. Green Day oder blink-182, die mit Stilelementen des Punk kokettieren, eignen sich für eine solche Abgrenzung besonders und bieten sich insofern als identitätsstiftendes, gemeinsames Feindbild für all jene Richtungen des Punk an, die sich selbst als Untergrundkultur betrachten.

Punk in Deutschland

Ende der 80er Jahre drang Punk zunehmend auch in den Mainstreambereich vor. Wegweisend waren dabei vor allem Die Toten Hosen und Die Ärzte. Beide Bands sind kommerziell sehr erfolgreich und sind regelmäßig mit Videos auf MTV vertreten. Aus diesem Grund werden sie jedoch oft von der Punkszene abgelehnt.

Weitere wichtige deutsche Punkbands sind Slime und Die Goldenen Zitronen aus Hamburg, Feeling B, Rosa Extra aus Ost-Berlin, Daily Terror aus Braunschweig und WIZO aus Sindelfingen.

Punk in Japan

Zu Beginn der 1980er schwappte die Punkwelle auch nach Japan. Nachdem anfangs vor allem der britische Punk kopiert wurde, entwickelte sich bald eine recht eigenständige Szene. Schon in der ersten Hälfte der 1980er Jahre gründeten sich zahlreiche Bands der verschiedensten Stilrichtungen, so dass die spätere Bezeichnung „Japcore“ nur als sehr verallgemeinernd anzusehen ist. Die stilistische Bandbreite reicht von recht experimentellem Punkrock (z. B. G.I.S.M.) über eher klassischen Punkrock („Laughin Nose“, „Comes“, „Lipcream“) bis hin zu Hardcore Punk („Gauze“, „Kuro“).

Wie in Europa ist auch in der Punkszene in Japan der Antiamerikanismus stark ausgeprägt. Typisch für die japanische Punkszene ist die Verwendung von Kennzeichen und Namen aus Diktaturen, insbesondere des Stalinismus und des Nationalsozialismus. Eine Eigenheit der japanischen Punkszene ist der Hang zum Sexismus, ausgeprägt in Bandnamen wie GISM (vulgo: Wichse, Masturbation), in Titeln wie „onanism“ und besonders in Textpassagen wie „'woman are shit fuck it“ oder „I'm big Prick perfect Prick“.

Im Kleidungsstil ist die japanische Szene uneinheitlich, die Bandbreite reicht vom europäisch beeinflussten Stil über Stilformen, die eher aus den Bereichen Heavy Metal oder Skinheads kommen, bis hin zu Fantasiestilen, die oft eine Mischung der vorgenannten sind. Der japanischen Punkszene wird eine Verbindung zu Motorradgangs und zum organisierten Verbrechen nachgesagt.

Szenetypische Erscheinung

Obwohl Punk als Idee gerade gegen Normen und für Individualität eintritt, hat sich seit den 1980er Jahren ein typisches Erscheinungsbild herausgebildet, das innerhalb der Szene vorherrscht, auch wenn es keinesfalls verpflichtend ist. Die Kleidung früher britischer Punks war ein Ausdruck der Ablehnung der Mainstream- sowie der Hippie-Kultur und zeichnete sich dadurch aus, dass normale Alltagsgegenstände zweckentfremdet und als Kleidungsstücke und Schmuck verwendet wurden (z. B. Sicherheitsnadeln oder Hundehalsbänder), und stellte somit eine Anti-Mode dar. So trugen Punks in den Anfangsjahren 1976/77 zerschlissene Anzüge mit Sicherheitsnadeln und Ansteckern (Buttons), dazu Creepers, auffällige Socken und Sonnenbrillen. Oft fanden auch Hakenkreuze zum Zwecke der Provokation insbesondere der Vorgängergeneration damals Verwendung. Unter dem Jackett trug man individuelle, selbstgestaltete T-Shirts, oft zerrissen, oder auffällig gestaltete Hemden. Ungefähr seit Mitte der 1980er Jahre gehören zum Punk folgende Merkmale:

Frisuren

Irokesenschnitt und Piercings

Typisch für den Punk sind abstehende, oft auch auffällig gefärbte Haare. Sehr beliebt ist der Irokesenschnitt (kurz „Iro“ genannt), also ein Haarkamm von der Stirn zum Nacken mit rasierten Seiten. Manchmal sieht man auch Punks mit zwei oder mehr Irokesen-Kämmen nebeneinander.

Körperschmuck

Piercing war in der Punkszene von Anfang an verbreitet. Schon in den 1970er Jahren trugen Punks durch die Haut gestochene Nasenringe und Sicherheitsnadeln als Schmuck. Ferner gab es Gesichtsbemalungen und dunkel oder farbig geschminkte Augen und Wangenpartien – nicht nur bei weiblichen Punks. Auch Tätowierungen sind recht häufig. Besonders extreme Formen von Piercings und Tattoos finden sich bei der Szeneströmung der Fetischpunks.

Kleidung

Typische Kleidungsmerkmale des Punks sind:

* Nieten auf Jacken, Gürteln, Arm- und Halsbändern, oft spitz geformt
* Reißverschlüsse an unüblichen Stellen, insbesondere Bondagehosen
* Anstecker (Buttons), Aufnäher und Sicherheitsnadeln, silberne Metallketten
* Lederjacken, bemalt mit Symbolen, Bildern, Sprüchen wie Bandlogos und teils in Runenschrift (Siegrune in Anlehnung an die SS) gehaltenen Parolen
* Uniformteile, Patronengurte und Militaria
* in der frühen Punkszene Hakenkreuze, später auch antifaschistische Symbole
* karierte Hosen, (enge) Hosen, Jeans, oft gebleicht (Domestoshose)
* Schottenröcke (Kilts) und andere Kleidungsstücke mit Schottenkaros (Tartan), meist Bondagehosen
* Netzhemden und Netzstrümpfe
* Zebra-, Tiger- oder Leopardenmuster
* zerrissene, bemalte, beschriftete, oder anderweitig veränderte Kleidung
* Schnürstiefel (Rangers) oder Schuhe der Marke Dr. Martens

Die zunehmende Differenzierung der Punk-Szene ab den 1980er Jahren brachte jedoch auch Subkulturen hervor, auf die die obigen Merkmale nicht oder nur in geringem Maße zutreffen, so beispielsweise den Hardcore Punk und den Oi!.

Punk in der Theorie und als Lebensgefühl

Der Punk stellt sich gegen alle Konventionen, gegen die Konsumgesellschaft und gegen das Bürgertum sowie gegen rechte Weltanschauungen. Und obwohl sich die meisten Punks mehr oder weniger links sehen, stellt er sich genauso gegen die politische Linke mit ihrem Etatismus. Dahinter steckt eine respektlose, resignierte bis aggressive Haltung gegenüber der Gesellschaft, eine Art rebellischer Nihilismus, und die Betonung der Freiheit des Individuums und des Nonkonformismus.

Der Punk bringt sich vor allem durch Musik zum Ausdruck, ferner durch Kleidung, Frisuren und vom Do-it-yourself-Gedanken geprägter Grafik (Collagen, Xerographien und Comic-Zeichnungen). Der Punk betont das Hässliche und will provozieren; so stellen viele Fanzine- und Schallplattencover deutlich soziale Ungerechtigkeiten, wirtschaftliche Ungleichheit und Leid, Selbstsucht, Apathie, dystopische Visionen und andere Bilder, die die Ablehnung des Betrachters provozieren sollen, dar.

Typischerweise drückt Punk eine gleichgültige Haltung gegenüber sich selbst aus; so erklärt sich auch die ungesunde Lebensweise vieler Punks. Es gibt aber auch andere Tendenzen in der Punk-Szene, bis hin zur Veganer- und Straight-Edge-Bewegung.

Einige der frühen Punkmusiker studierten an Kunsthochschulen und kannten ältere radikale Avantgarde-Konzepte. Andere waren aus kleinen Verhältnissen stammende Arbeitslose oder Arbeitsverweigerer, die alles zurückwiesen, was es an Kultur und Sinnstiftung zuvor gegeben hatte. Mit ihrem provozierenden Auftreten stießen die Punks in der Gesellschaft auf Unverständnis, Ablehnung und sogar Hass. Andererseits wurde Punk aber auch zu einer Art Popkultur. Dieser Widerspruch ist bis heute kaum befriedigend erklärt.

Punk und Situationismus

Nach Auffassung von Greil Marcus ist Punk untrennbar verknüpft mit dem Situationismus der 1960er Jahre. Auch Malcolm McLaren, Mentor der Sex Pistols und damit einer der Hauptprotagonisten des frühen Punk, wollte dies gerne als den Ausgangspunkt der Bewegung ausgeben. Aber der Situationismus ist gefärbt durch politische Ziele des Sozialismus und Anarchismus. Der Punk hingegen hat keine einheitlichen Ziele, auch keine politischen Ziele. Dass zwischen dem Situationismus und dem Punk kaum eine Verbindung besteht, belegen auch zwei Werke, die als zuverlässige Quellen für die frühe Punkbewegung Londons gelten, weil sie aus dem persönlichen Umfeld der Protagonisten stammen: das Buch „Sex Pistols - The Inside Story“ von Fred und Judy Vermorel und die Autobiographie No Irish, No Blacks, No Dogs von Johnny Rotten, dem Frontmann der Sex Pistols. Laut Johnny Rotten war einer der Hauptgründe für das Punk-Phänomen der 1970er der Protest gegen das Klassensystem und die Chancenungleichheit, die die Jugendlichen der Punkszene dazu motivierte, über Klassengrenzen hinweg füreinander einzustehen – gegen die Welt der Erwachsenen.

Punk und Politik

Der Punk propagiert oft die Anarchie. So traten Punks wie Steve Jones, Paul Cook und Sid Vicious für den Anarchismus ein. Damit ist jedoch oftmals keine ernsthafte politische Perspektive im Sinne anarchistischer Theoretiker wie Proudhon und Bakunin gemeint, sondern nur die denkbar radikalste Ablehnung der herrschenden Verhältnisse, was sich an der gemeinsamen und oft sinngleichen Verwendung der Begriffe „Anarchie“ und „Chaos“ zeigt, beispielsweise bei Bands wie The Exploited. Oftmals zeigt sich eine Nähe zum Nihilismus. Ein extremes Beispiel stellt hier der 1993 verstorbene GG Allin dar.

Trotzdem verstehen sich viele Punks als politisch links. Jello Biafra, der Sänger der Dead Kennedys, ist aktives Mitglied der United States Green Party. Anarchistische Bands wie Crass, Conflict oder Zounds und deren Anhänger verstehen Punk als Kampf gegen das herrschende System, insbesondere gegen die Konsumgesellschaft, gegen Institutionen aus Politik, Wirtschaft und Kirche. So lebten die Mitglieder der Band Crass in einer Kommune als Selbstversorger auf einem Bauernhof. Für ihre Tonträger und für den Eintritt zu ihren Konzerten verlangten sie nur die Selbstkosten. In ihrem Bestreben, in jeder Beziehung selbstbestimmt zu leben, lehnten sie den Verzehr von Fleisch ebenso ab wie den Konsum von Drogen. In einem ihrer Songs heißt es: „They say that we were trash - well, the name is Crass, not Clash“, also: „Sie sagen, wir sind Müll – gut, [aber] wir heißen Crass, nicht Clash (bezogen auf die durchaus politische, aber auch kommerziell erfolgreiche Band The Clash).“ Oftmals sind solche Bands elitär und sehen sich als die „echten“ Punks an.

Andere wiederum sehen politisches und moralisches Predigertum als unvereinbar mit der Idee des Punk; in ihren Augen handelt es sich bei diesen vermeintlich „echten Punks“ in Wahrheit um „verkleidete Hippies“. Speziell Parteipolitik wird innerhalb der Punkszene abgelehnt.

Äußerungen zu politischen Geschehnissen und sozialen Problemen finden sich dennoch auch in den Texten zahlreicher sich als unpolitisch verstehender Bands. Sozialistische Elemente zeigen sich bei Bands wie The Clash und im „Working-Class“-Bewusstsein früher Oi!-Bands.

„Chaos“- und Anarcho-Punkbands stehen sich aufgrund ihres unterschiedliches Verständnis von Anarchie teils kritisch gegenüber; so äußerte sich Wattie Buchan von The Exploited abfällig über die Band Conflict.

Wenngleich die Punkszene größtenteils unpolitisch bis linkspolitisch geprägt ist, existiert neuerdings eine Strömung namens Conservative Punk, der allerdings nur ein kleiner Teil der Szene angehört. Angehörige dieser Strömung rechnen sich zwar dem Punk zu, sehen sich aber als rechtskonservativ und lehnen sowohl linke Ideologien als auch Anarchismus ab. Ex-Misfits-Sänger Michale Graves sagte, er glaube, dass der DIY-Lebensstil das Äquivalent der Punkszene zum Thatcherismus darstelle. Während des US-Wahlkampfs 2004 versuchten Angehörige dieses Spektrums, Teile der Punkszene zur Wahl George W. Bushs zu bewegen; umgekehrt versuchte NOFX-Sänger Fat Mike über seine Seite punkvoter.com und sein Samplerprojekt Rock Against Bush, zur Wahl des Gegenkandidaten John Kerry zu bewegen. Beide Lager stießen in der Punkszene auf Kritik, da diese Parteipolitik unterstützten.

Darüber hinaus existiert eine neonazistische, als Nazipunk bezeichnete Randströmung, die von der übrigen Punkszene ebenso wie die Conservative Punks als mit dem Selbstverständnis der Punks unvereinbar angesehen wird.

Zur politischen Praxis aktiver Punks gehört die Teilnahme an direkten Aktionen wie Demonstrationen und Boykotts. In manchen Fällen schließt dies auch Gewalt ein. Es kam auch schon zu Angriffen auf Tankstellen und Tierversuchslabore. Das Versehen von Plakatwänden mit politischen Parolen (beispielsweise veränderte Wahlplakate bei Wahlkämpfen) sowie Hausbesetzungen werden ebenfalls oft von Punks mit durchgeführt. Ein Beispiel in Deutschland für eine aus der Punkbewegung heraus entstandene politische Aktionsgruppe war Freizeit 81 in München. Gehackte Computer sind eine neuere Form der Sabotage, die betrieben wird. Diese Aktionen haben zum Ziel, soziale Änderungen zu bewirken, wenn das Gefühl entstanden ist, dass andere Wege sich als ineffektiv erwiesen haben.

Punk und Religion

Der Punk lehnt organisierte Religion ab. Provokation durch blasphemische Symbole oder Liedtexte ist jedoch seltener anzutreffen. Es existieren jedoch religiöse Splittergruppen in einigen aus dem Punk entstandenen Subkulturen; so sind im Metalcore-Bereich viele christliche Bands zu finden. Innerhalb der Straight-Edge-Bewegung wurde Hare Krishna populär, nachdem Ray Cappo, der auch als Ray of Today bekannte Sänger der Band Youth of Today, sich dieser religiösen Bewegung zuwandte; dies äußert sich auch bei Cappos späterer Band Shelter.

Punk und Emanzipation

Bei Punk-Konzerten dominieren im Publikum meistens die Männer. Obwohl die Punk-Szene sich als progressiv gibt und die Gleichberechtigung der Geschlechter folglich einen hohen Stellenwert hat, herrscht auch unter den Aktiven der Szene ein ungleiches Geschlechterverhältnis: Bands und Fanzines werden überwiegend von Männern betrieben. Um dem Machismo etwas entgegenzusetzen, der vor allem gegen Ende der 1980er Jahre in der Punk-/Hardcore-Szene wiedererstarkte, bildete sich die Riot-Grrrl-Bewegung, in der Frauen und Mädchen sehr aktiv und engagiert als Veranstalterinnen, Urheberinnen von Labels, Autorinnen von Fanzines und besonders als Musikerinnen auftraten.

Do it yourself

Um ein höheres Maß an Freiheit und weitgehende Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen zu erlangen, gründen einige Punks eigene Plattenlabel, organisieren ihre Konzerte meist selbst und bringen eigenen Magazine (Fanzines) heraus. Auch gestalten Punks ihre Kleidung oft selbst. Auch Hausbesetzungen und darin entstehende autonome Jugendzentren können als DIY gesehen werden. Das Motto „Hasst nicht die Medien, werdet die Medien“ wird mit der DIY-Bewegung assoziiert.

Viele der ersten Punkbands waren auf Major-Labels unter Vertrag, mit denen sie schlechte Erfahrungen machten; bspw. versuchte Teldec, der Band Big Balls and the Great White Idiot ein Naziimage zu verleihen. Um dies zu vermeiden, wurde ein Netzwerk an unabhängigen Labels großgezogen, mit denen man die Musikindustrie umgehen konnte. Bands, die bei Major-Labels unterschreiben, wird vorgeworfen, ihre Ideale verraten zu haben. Z. B. Anti-Flag argumentieren allerdings damit, dass es ihnen nur durch Major-Labels möglich sei, ihre Botschaft an eine breite Öffentlichkeit zu bringen.

Verhältnis zu anderen Subkulturen

Die Verhältnisse zwischen der Punk- und anderen Subkulturen sind oftmals von der jeweiligen Splittergruppe abhängig. Überschneidungen ergeben sich meist durch musikalische Interessen oder ähnliche ideologische Ansichten.

Da der Punk eine Gegenbewegung zu den als verlogen empfundenen Hippies entstand, wird diese Subkultur insbesondere von traditionellen und Oi!-Punks offenkundig abgelehnt. In diesem Zusammenhang wird auch Cannabiskonsum von Teilen der Szene abgelehnt. Dennoch existieren auch Überschneidungen, besonders bei jüngeren Generationen, für die die Ablehnung der Hippies durch traditionelle Punks teils bedeutungslos ist, politisierteren Punks und in der Hausbesetzerszene; so rebellierte Penny Rimbaud vor seiner Hinwendung zum Punk als Hippie gegen die Gesellschaft, und die Mitglieder seiner Band Crass lebten ähnlich wie Hippies in Selbstverwaltung auf einem Bauernhof.

Wenngleich Faschismus als autoritäre Ideologie abgelehnt wird (außer von Nazipunks), spalten sich die Meinungen in Bezug auf Antifa-Gruppen; insbesondere unter Oi!-Punks ist die Antifa verpönt, politisiertere Punks hingegen neigen eher zu Antifa-Arbeit oder ihrer Unterstützung.

Überschneidungen zur Skinhead-Szene sind hauptsächlich bei Oi!-Punks zu finden, wohingegen politisch aktive Punks dieser aufgrund ihrer meist unpolitischen Haltung skeptisch gegenüberstehen.

Weiterhin besteht ein freundschaftliches Verhältnis zu Teilen der Gothic-Kultur, insbesondere zur Batcave-Szene, die der Punk-Bewegung sowohl musik- als auch outfit-bezogen am nächsten liegt.

Kritik

Die Ideologien des Punks wurden sowohl von außen, als auch von der Szene selbst kritisiert. Crass z. B. schrieben Songs wie „White Punks on Hope“, der Joe Strummer von The Clash Ausverkauf und Verrat an seinen Prinzipien vorwarf, sowie auch den Song „Punk is Dead“, welche die gesamte Szene angriff. Der Dead Kennedys Frontman Jello Biafra beschuldigte Maximum RocknRoll des „Punk-Fundamentalismus“, als diese ablehnten für Alternative Tentacles Records zu werben, weil sie der Meinung waren, es sei kein Punk. Eine weitere Kritik kam von den „Conservative Punks“, die der Ansicht sind, dass die heutigen Punks nur noch Hippies mit Iros seien. Diese werden jedoch aufgrund ihrer rechtskonservativen Einstellung und ihrer parteipolitischen Aktivität in der Regel nicht als Punks anerkannt (siehe Abschnitt „ Punk und Politik“).

Von außerhalb wurde Punk u.a. von Jim Goad kritisiert, der in seinem Essay „The Underground is A Lie!“ behauptete, dass viele Punks nur Heuchler seien. Er schreibt darin, dass viele sich benähmen, als seien sie arm, während sie verschwiegen, dass sie aus der Mittelschicht stammten. In „Farts from Underground behauptet er, durch DIY sei niemals irgendetwas eigenes neues produziert worden, und dass es schlechte Qualität erlaube, als klasse dargestellt zu werden. Des Weiteren behauptet er, dadurch, dass Punk so politisch und propagandistisch geworden sei, sei die Punk-Subkultur langweiliger als der Mainstream geworden und auch, dass Punk mittlerweile veralteter und zurückgebliebener sei, als der Mainstream gegen den er sich richte. Manche kritisieren DIY auch als eine Form, die nur denen möglich ist, die auch das Geld dafür haben, da es Menschen mit wenig Geld gar nicht möglich sei ein eigenen Label hochzuziehen, oder die Zeit dafür zu finden, sich ihre eigenen Klamotten zu machen.

In ihrem Buch „The Rebel Sell: Why the culture can’t be jammed“ behaupten Joseph Heath und Andrew Potter, die Politik der Gegenkulturen sei gescheitert und das Verständnis des Punk von Gesellschaft fehlerhaft. Alternative und Mainstream-Lebensstile hätten dieselben Werte, das kapitalistische System suche nicht die Konformität, stattdessen trieben die aus sozialen Unterschieden resultierenden Kräfte und der stetige Konkurrenzkampf den Markt an.

Weitere Kritik kommt von der Gruppe Aristasia, eine rein weibliche Subkultur, die Teil der traditionellen Schule der Philosophie ist. Von ihnen wird behauptet, dass Punk nichts anderes mache, als den Leichnam des Establishments zu treten, da dieses schon seit 1965 nicht mehr existiere. Sie bezeichnen es als „Die Doktrin des Pappkameradenfeindes“ und behaupten, je mehr die Punks gegen den Status Quo rebellierten, desto mehr würden sie ein Teil davon. In einem Interview mit einem Fanzine, sagte deren Medienbeauftragte Marianne Martindale, wenn man sich selbst als nichtkonform bezeichne, ordne man sich selbst in eine soziale Norm ein. Die Aristasianer erklären, dass diese Theorie auch auf andere Jugendkulturen übertragbar sei, wie z. B. Hip-Hop, Gothic oder Black Metal.

Referenz: wikipedia.de

Stand: 07.02.2009 20:03
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