Folkmusik

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Folkmusik

Folk ist ein Genre der populären Musik. Seine Anhänger begreifen es in der Regel als eine zeitgenössische Variante der Volksmusik. Besonders gebräuchlich ist der Begriff für Musik, die sich auf englische, schottische, irische, nordamerikanische, französische oder skandinavische Volksmusik stützt. Seit den 1960er Jahren wird die Bezeichnung Folkmusik allerdings unabhängig vom englischen Sprachraum für jedwede Kategorisierung von Musik verwendet, die ihren Ausgangspunkt in der Volksmusik der jeweiligen Herkunftsländer hat (wie bretonische Folkmusik und sardische Folkmusik). Der Begriff hat sich seit den 1970er Jahren auch für die moderne Folklore-Bewegung in Deutschland etabliert. Als Bestandteil der modernen Populärkultur grenzt sich Folk von volkstümlicher Musik bzw. Weltmusik ab. Im historischen Verständnis als Volksmusik grenzt sich Folk ab von der klassischen Musik und von der Kirchenmusik.

Ausgehend von Frankreich versteht man unter Folk auch eine lebendige Volkstanz- und Volkstanz-Musik-Bewegung. Der balfolk ist ein Volkstanzabend, der in Alltagkleidung und mit Live-Musik stattfindet.

Typisch ist die Verwendung akustischer Instrumente, wie die Gitarre, die Mundharmonika, die Geige, der Dudelsack und die Flöte. Die klare Abgrenzung vom Folkrock ist nicht möglich.

Der Begriff wurde unter dem Einfluss der US-amerikanischen urbanen Folk-Bewegung in den 1950er und 1960er Jahren in die deutsche Sprache übernommen. Besonders in den 1960er Jahren, einer Zeit des gesellschaftliche Umbruchs in den USA (schwarze Bürgerrechtsbewegung, Anti-Vietnamkriegsbewegung und seit etwa 1970 auch die Frauenrechtsbewegung), lag deren Augenmerk auf den politischen und sozialen Problemen dieser Zeit. Daraus hat sich in Deutschland beispielsweise der Politrock entwickelt.

Einer der ersten bekannten US-amerikanischen Folksänger war Woody Guthrie, der in den 1930er und 1940er Jahren vor allem über die Situation der Menschen während der Weltwirtschaftskrise sang. In den späten 1940er Jahren wurden die Weavers und Pete Seeger immens populär, gerieten jedoch bald durch ihre Nähe zur Kommunistischen Partei der USA unter die Räder des McCarthyismus.

In den 1950er Jahren begannen sich in den USA immer mehr junge Menschen meist aus der weißen Mittelschicht für die „Rootsmusik“ ihres Landes zu interessieren – Folk, Blues und Country, deren Elemente sich immer häufiger zu mischen begannen. Eine zentrale Rolle bei diesem Revival spielte die Anthologie Anthology Of American Folk Music von Harry Everett Smith, die 1952 bei Folkways Records erschien.

Mit der Entfaltung der Rockmusik in den 1960er Jahren erlebte auch der Folk in der Form des Folkrock eine Blüte und internationale Popularität. Die zentrale Rolle des Textes machte ihn geeignet für die Protestsongs der verschiedenen sozialen Bewegungen. Beispielhaft ist die Entwicklung Bob Dylans vom Folk- zum Rockmusiker in dieser Zeit. Andere international bekannte Musiker des amerikanischen Folkrocks sind Joan Baez, Phil Ochs und Arlo Guthrie, der Sohn von Woody Guthrie.

Die internationale Popularität des amerikanischen Folkrocks weckte auch in Europa das Interesse an den eigenen Traditionen der Volksmusik. Im Unterschied zu den USA war die Popularität nicht politisch begründet. Bekannte Bands und Musiker dieser Zeit sind Steeleye Span in England, Tri Yann in Frankreich sowie Ougenweide und Zupfgeigenhansel in Deutschland.

In den 1980er Jahren und danach nahm die Popularität weiter zu. Regionale lebendige musikalische Traditionen werden international bekannt - allen voran der Irish Folk. Die Bands spielten zunehmend auch Arrangements im Stile alter Traditionen, beispielsweise Blowzabella aus England. Ebenso wurde versucht, neue Klangfarben und Instrumentensounds in die Musik zu integrieren; ein früher Vorläufer dieser Entwicklung ist der Psychedelic Folk der Incredible String Band.

Auch kommt es zur Wiederbelebung lokaler Traditionen durch die Popularität der Folkmusik. In der Bretagne macht beispielsweise die Musik Ar Re Yaouanks das Fest-Noz wieder populär. Ebenso ist die Folkmusik mit der Entstehung neuer Traditionen verknüpft, wie beispielsweise den Mittelaltermärkten in der Bundesrepublik. Eigenständige Schwerpunkte der internationalen Folkmusik bilden Irland, England, Skandinavien, die Länder des Balkans, die Bretagne und das übrige Frankreich.

In den 1990er Jahren betrifft die zunehmende Auflösung der Grenzen zwischen verschiedenen Stilen der Popmusik und die Verbreitung des Crossover auch die Folkmusik; insbesondere hinsichtlich Rock, Techno und Jazz. Hieraus entstanden Musikrichtungen wie Folk Metal, Folk-Punk, Neofolk und Anti-Folk, sowie eine Mischung aus Folk und Hip-Hop, die beispielsweise von Lecker Sachen aus Köln betrieben wurde.

Heute ist Folkmusik im popkulturellen Mainstream eher eine Randerscheinung, aber Elemente der Folkmusik leben in anderen Musikrichtungen fort, wie in der Country-Musik. In Deutschland hat amerikanisch, englisch, irisch, französisch und skandinavisch geprägter Folk als Nischenkultur viele Anhänger.

Eingeschickt am:  Sat, 07-Feb-2009, 17:58